Einfluss der Inflation auf die Vermögensstruktur regelmäßig überprüfen

Der Leitzins bei null, der Strafzins für Banken weiter erhöht – die Zeiten für deutsche Sparer und Anleger sind hart. Da ist es ein kleiner Trost, dass wenigstens die Inflation derzeit ungewöhnlich niedrig ist und damit das Ersparte nicht übermäßig aufgezehrt wird. „Doch die Inflation kann schneller zurückkommen als viele derzeit erwarten“, warnt Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). „Denn die lockere Geldpolitik der Europäische Zentralbank (EZB) und die damit verbundene extreme Geldmengenausweitung kann langfristig zu höheren Preisen führen“, so Tilmes weiter. Anleger sollten deshalb regelmäßig überprüfen, wie sich eine höhere Inflation auf ihre Vermögensstruktur auswirkt. Wer das nicht selbst machen kann oder will, sollte sich professionelle Unterstützung von Experten wie den vom FPSB Deutschland zertifizierten CERTIFIED FINANCIAL PLANNER® (CFP®-Zertifikatsträger) holen.

Ein Freund in der Not ist den Anlegern bislang die niedrige Inflationsrate. Sie mindert negative Realzinsen vorerst etwas ab. Trotz der ultralockeren Geldpolitik der EZB steigen die Preise in Deutschland kaum noch an. Billigere Energie drückte die deutsche Inflationsrate zuletzt sogar auf 0,1 Prozent. Es ist allerdings das erklärte Ziel der EZB, dass die Inflation zurückkehrt. Im März hatte EZB-Präsident Mario Draghi angekündigt, zu diesem Zweck zusätzliches Geld in den Markt zu pumpen.

Nach der jüngsten Prognose der EZB wird die Teuerung 2017 auf 1,3 Prozent anziehen. Die Schätzung für das Jahr 2018 und die langfristige Prognose liegen unverändert bei 1,6 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent. Ziel ist eine mittelfristige Inflationsrate von knapp zwei Prozent im Euroraum. Allerdings, so merkt Prof. Tilmes an, sind Zinsen, Konjunktur und Inflationsentwicklung weder steuerbar noch vorhersehbar. „Volkswirtschaften und Ökonomien werden durch das meistens irrationale Verhalten von Milliarden Menschen geprägt.“

Unsichere Inflationsdaten
Hinzu kommt die Unsicherheit der Daten. „Die offizielle Inflationsrate ist sehr politisch, wird gerne manipuliert und ist nur ein schwacher Durchschnittswert, der über die einzelne Lebenssituation der Anleger kaum etwas sagt“, erläutert Tilmes. Dennoch: „Es wäre ein Fehler, das Risiko einer plötzlich steigenden Inflationsrate zu unterschätzen“, warnt Tilmes. „Die Erfahrung zeigt, dass sie zurückkehren wird – selbst wenn es noch ein wenig dauern mag.“

„Anleger sollten einen regelmäßigen Status-quo ihrer Finanzen durchführen“, sagt der FPSB-Vorstandsvorsitzende, der zugleich auch wissenschaftlicher Leiter des PFI Private Finance Institute der EBS Business School in Oestrich-Winkel ist. „Viele Sparer haben in vielen ihrer Vorsorgeprodukte oftmals weder den Kaufkraftverlust durch die Inflation, noch die durch die derzeitige Niedrigzinsphase womöglich unprofitable Entwicklung mancher Anlagen berücksichtigt“, sagt Tilmes.

„Dabei kann sich selbst ein geringer Inflationsanstieg langfristig erheblich auswirken“, sagt Tilmes. Folgende Beispielrechnung verdeutlicht die schleichende Entwertung des Vermögens: Wer etwa 10.000 Euro für zwölf Monate zu einem Zins von 0,1 Prozent anlegt, verliert bei einer Inflationsrate von nur 0,4 Prozent real 30 Euro. Bei einer Teuerungsrate von 1,5 Prozent läge der reale Verlust dagegen schon bei rund 140 Euro. Anleger müssen also umdenken: Eine höhere Rendite gibt es nur unter Inkaufnahme höherer Risiken. Das setzt jedoch einen professionellen Risikotest und ein intensives Beratungsgespräch voraus.

Regelmäßige Anpassungen des Vorsorgemixes
Sinnvoll ist es deshalb, professionelle Unterstützung von CERTIFIED FINANCIAL PLANNER® (CFP®-Zertifikatsträger) in Anspruch zu nehmen. Die Professionals verfügen über die anerkannt beste Ausbildung im Finanzbereich und haben die entsprechenden Kenntnisse und die notwendigen Tools zur Verfügung, um eine vollständige Bestandsaufnahme zu erarbeiten und Anleger damit, individuell und unabhängig auf deren Bedürfnisse zugeschnitten, zu beraten.

Anhand einer umfassenden Analyse der derzeitigen Vermögenssituation und einer Liquiditätsrechnung überprüfen sie individuell die einzelnen Vermögensbestandteile auf ihre Rentabilität und Angemessenheit und decken eventuelle Schwachstellen auf. Gleichzeitig können unterschiedliche Szenarien durchgespielt werden, anhand derer die Auswirkungen unterschiedlicher Inflationserwartungen auf Liquidität und Vermögen erklärt werden können. Und die Finanzplaner können den Finanz-Status-quo des Anlegers regelmäßig prüfen. So können sich die Lebensumstände des Anlegers und/oder seine Risikoprämissen verändern, was eine Anpassung des Vorsorgemixes erforderlich machen kann.

Quelle: „Einfluss der Inflation auf die Vermögensstruktur regelmäßig überprüfen” Presse-Information des Financial Planning Standard Boards Deutschland e.V.