„INVESTITIONEN GEPLANT? WIE PACKT MAN ES AN?“

Investitionen müssen gut geplant sein – was gilt es zu beachten und wie geht man vor um eine Investition erfolgreich umzusetzen? Der Einladung der Regionalgeschäftsstelle Montabaur der Industrie- und Handelskammer unter dem Motto „Investitionen geplant? Wie packt man es an?“ sind zahlreiche Unternehmer aus der Region gefolgt. Hans-Georg Jung, Geschäftsführer der Böker, Paul & Jung Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH aus Montabaur stellte den Investitionsprozess mit der Abwägung von Chancen und Risiken vor und gab wertvolle und praxisnahe Tipps. Markttrends aber auch technologische Trends (z.B. Industrie 4.0) sind ebenso zu beachten, wie bestehende und auch künftige Umweltauflagen.
In der Investitionsentscheidungsphase empfiehlt sich die frühzeitige Einbindung der Leistungsträger im Unternehmen. Auch die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Bindung dieser an das Unternehmen sind wesentliche Erfolgsfaktoren eines Investments – heute und in der Zukunft. Bei größeren Investitionen ist die Erstellung externer Machbarkeitsstudien (technisch, wirtschaftlich) zur Absicherung des Entscheidungsprozesses oftmals notwendig und zielführend.

Ein besonderes Augenmerk legte Hans-Georg Jung auf den Aufbau und den Inhalt des Businessplans, der als Herzstück in einem Investitionsprozess ausführlich das Vorhaben beschreibt und dem Unternehmer selbst – und den Kapitalgebern – wichtige Fragen beantworten muss. Ein neutraler Blick von außen unterstützt die objektive Überprüfung des eigenen Geschäftsmodells auf die Zukunftsfähigkeit. Dabei sind die Erfolgsfaktoren und die Alleinstellungsmerkmale hervorzuheben und sowohl Chancen und Risiken als auch Stärken und Schwächen des Unternehmens im Rahmen einer SWOT Analyse darzustellen. Je umfangreicher und komplexer die Investition, desto wichtiger ist eine professionelle Unterstützung, um dem Unternehmer und den Kapitalgebern eine klare und vollständige Grundlage für die Investitionsentscheidung zu liefern.
Der wichtigste Bestandteil des Businessplans ist der Finanz- und Liquiditätsplan. Neben der Darstellung des Status Quo mit Betrachtung der bisherigen Unternehmensentwicklung, ist die Investition mit den Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung, die Bilanz, die Liquiditätsentwicklung und die Kapitalflussrechnung mit Blick auf die nächsten 3-5 Jahre in den Planzahlen darzustellen.
Hans-Georg Jung erläuterte anhand eines Musterfalles wie die Planzahlen mithilfe eines integrierten Planungs-Tools eingearbeitet und aussagekräftig aufbereitet wurden. Eine solche professionelle Planungssoftware, die von der Böker, Paul & Jung GmbH grundsätzlich bei allen Beratungsprozessen für Mandanten eingesetzt wird, kann verschiedene Szenarien abbilden und hilft Fehler zu vermeiden.

Investitionen müssen finanziert werden. Im zweiten Teil seines Vortrages ging Hans-Georg Jung zunächst darauf ein, was es bei der Finanzierung zu beachten gilt. Unternehmer sollten ihr Bankenrating kennen und ihr Unternehmen frühzeitig auf die Investition vorbereiten. Wesentliche Bedingungen, die in Bankgesprächen besprochen wurden, sollten in einem Term-Sheet festgehalten werden. Hier werden die Finanzierungsbausteine mit den Details zu den Konditionen, die zu stellenden Sicherheiten und weitere Absprachen und Bedingungen genannt, die dann später mit den Kredit- und Sicherheitenverträgen zu vergleichen sind. Neben der klassischen Bankfinanzierung stellte Hans-Georg Jung auch weitere Finanzierungsmöglichkeiten vor, wie z.B. Private Equity, Mezzanine Kapital und Crowdfunding.

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v.l.n.r: Bernd Herrmann, Direktor der Landesbank Baden-Württemberg, Oliver Rohrbach, Regionalgeschäftsführer der IHK im Kreis Altenkirchen und Hans-Georg Jung, Geschäftsführer der Böker, Paul & Jung Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH aus Montabaur

Bernd Herrmann, Direktor der Landesbank Baden-Württemberg, als Spezialist für das Förderkreditgeschäft der Sparkassen Finanzgruppe, ging u.a. auf die Fördermöglichkeiten durch die KfW-Bankengruppe und der Investition- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) ein. Insbesondere bei Maßnahmen im Bereich Energie und Umwelt können neben günstigen Finanzierungskonditionen auch Tilgungszuschüsse von bis zu 17,5% der Darlehenssumme genutzt werden. Viele Programme entlasten im Rahmen einer Haftungsfreistellung das Kreditrisiko der Hausbank, so dass sich die Chance, das Vorhaben zu realisieren, deutlich erhöht. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist bei vielen Förderprogrammen, die bereitstellungszinsfreie Zeit von bis zu 12 Monaten.

Zum Abschluss dankte Oliver Rohrbach, Regionalgeschäftsführer der IHK Altenkirchen, den Referenten und lud die Teilnehmer zu persönlichen Gesprächen bei einem Imbiss ein. Dem Veranstalter und den Referenten wurden hierbei seitens der Teilnehmer ein äußerst gelungener Workshop mit einem hohen Informationsgrad und wertvollen Handlungsempfehlungen zur praktischen Umsetzung bestätigt.

Die Böker, Paul & Jung Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH, begleitet mittelständische Unternehmen professionell bei Ihren Investitions- und Finanzierungsthemen, in der Finanzkommunikation und in der operativen Prozessbegleitung.
Zudem stehen die Strategische Finanzplanung, das Vermögensmanagement und die Vermögens- und Unternehmensnachfolgeplanung im Fokus unserer Tätigkeit.
Dies mit dem Anspruch für die Mandanten bestmögliche Ergebnisse und Lösungen zu finden.

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