Anlage-Alternative mit Fallstricken

Geschlossene Beteiligungen rücken wieder verstärkt in den Blickpunkt der Investoren. Angesichts des Niedrigzinsumfelds und der zunehmend schwankenden Aktienmärkte entdecken Anleger die Attraktivität der alternativen Investmentfonds neu. „Die Qualität der Produkte hat sich dank der strengeren Regulierung deutlich verbessert“, sagt Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). „Dennoch ist ein Investment nicht für Jedermann geeignet, sondern nur nach einer gründlichen Analyse empfehlenswert.“ Für die nötige Transparenz in diesem Markt können professionelle CERTIFIED FINANCIAL PLANNER® (CFP®) sorgen.

Betrugsfälle, schlechte Performance und Intransparenz hatten jahrelang am Image der geschlossenen Fonds gezehrt. Die Folge: Anleger hielten sich zurück und zeichneten deutlich weniger Anteile an Solarfonds, Immobilienfonds oder Private Equity-Beteiligungen. 2013 trat dann das neue Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) in Kraft und brachte einige Änderungen für geschlossene Beteiligungen mit sich. Ziel der verschärften Regulierung: Der so genannte graue Kapitalmarkt sollte kontrolliert und unter staatliche Aufsicht gestellt werden. Die strengen gesetzlichen Vorgaben steigerten jedoch nicht nur den administrativen Aufwand erheblich, sondern sorgten auch dafür, dass die Zahl der Produkte deutlich zurückging.

Mittlerweile nimmt der Markt der geschlossenen Investmentvermögen aber wieder Fahrt auf. Die Zahl der neuen Fonds hat zugenommen, auch das Volumen ist gestiegen. „Die Beimischung alternativer Anlageformen kann aus Anlegersicht durchaus Sinn machen“, sagt Prof. Tilmes, der auch Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Private Finance & Wealth Management an der EBS Business School in Oestrich-Winkel ist. „Schließlich weisen sie in der Regel eine geringe Korrelation zu traditionellen Anlageklassen auf und tragen zudem zur Diversifikation des Risikos in einem Portfolio bei.“ Und können bei entsprechender Auswahl einen Zusatzertrag bieten.

Allerdings sollten Anleger bedenken, dass sich die Branchenprodukte von offenen Investmentfonds deutlich unterscheiden. Nicht umsonst werden die Beteiligungsmodelle üblicherweise mit hohen Mindestsummen verkauft, schließlich beinhalten sie ganz eigene Risiken.

„Bei der Zeichnung gehen Anleger eine unternehmerische Beteiligung ein und verpflichten sich, ihr Kapital bis zum Verkauf des Investitionsobjekts im Fonds zu belassen“, erläutert Tilmes. Geschlossene Fonds sind also unternehmerische Investments, die zum Totalverlust führen können. Hinzu kommt, dass das Kapital lange Jahre gebunden bleibt. Anders als bei offenen Fonds ist die Beteiligung nur sehr schwer vorzeitig und wenn, dann meist nur mit erheblichen Einbußen wieder loszuwerden.

Und natürlich bedeutet die strengere Regulierung nicht, dass fortan nur noch sichere Renditen erzielt werden. Verluste sind nach wie vor möglich. Auch wird es bei Anbietern geschlossener Fonds weiterhin schwarze Schafe geben. „Drum prüfe, wer sich länger bindet“ muss daher das Motto lauten. „Die Fallstricke herauszufinden, ist für Privatanleger nicht leicht“, sagt Tilmes. Anleger sollten sich deshalb in diesem Bereich professionelle Hilfe durch Finanzplaner bei ihrer Anlageentscheidung holen.

Professionelle Finanzplaner helfen weiter
Professionelle Finanzplaner, wie die CFP®-Zertifikatsträger, können bei der Auswahl seriöser Anbieter alternativer Investmentfonds und der geeigneten geschlossenen Fonds eine wertvolle Hilfestellung leisten. Auf Basis einer umfassenden Analyse der derzeitigen Vermögenssituation des Anlegers sowie seiner individuellen Risikoneigung und einer Liquiditätsrechnung überprüfen die CFP, ob und welche geschlossenen Fonds als Investition in Frage kommen. Sie geben zudem detailliert Auskunft über Vor- und Nachteile der geplanten Investitionen und können helfen, zum Beispiel die einem Private-Equity-Fonds innewohnenden Bonitäts- und Ausfallrisiken oder die Qualität eines Immobilienportfolios besser einzuschätzen.

Quelle: „Anlage-Alternative mit Fallstricken” Presse-Information des Financial Planning Standard Boards Deutschland e.V.