Ende des Garantiezinses hat gravierende Folgen für das Liquiditätsmanagement

Die klassische Lebensversicherung steht vor dem Aus. Das Finanzministerium hat angekündigt, den Garantiezins für Versicherer abschaffen zu wollen. Für viele Berater und Anleger hat diese Entscheidung gravierende Auswirkungen. Denn weil das Geschäft mit den Lebensversicherungen nun endgültig zum Auslaufmodell wird, wollen einige Gesellschaften ihre LV-Bestände abwickeln oder an Finanzinvestoren verkaufen. Einige Anbieter haben dies bereits getan. „Für Kunden kann dieser sogenannte Run-off weitreichende Folgen haben“, warnt Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). „Für die Finanzierungs- und Altersvorsorge ergeben sich daraus mitunter große Lücken.“ Wer sich bei diesem Thema unsicher ist oder überfordert fühlt, sollte deshalb Anlageprofis wie die vom FPSB Deutschland zertifizierten CERTIFIED FINANCIAL PLANNER® (CFP®-Zertifikatsträger) aufsuchen.

Für die Lebensversicherer sind die hohen Zinsversprechen in Altverträgen zum Problem geworden. Für Neuverträge liegt der Garantiezins, der vom Bundesfinanzministerium festgelegt wird, seit Anfang des Jahres zwar nur noch bei 1,25 Prozent. Aber auch auf diesem geringen Niveau belasten diese starren Zusagen die Versicherer angesichts der niedrigen Zinsen. „Die Abschaffung des Garantiezinses ist im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld durchaus nachvollziehbar“, kommentiert Prof. Tilmes. Die negativen Folgen für Kunden sind indes den meisten Marktteilnehmern noch nicht im ganzen Ausmaß bewusst.

Weil das Lebensversicherungs-Geschäft künftig kaum Gewinn abwerfen dürfte, aber viel Kapital bindet, geben einige Versicherer die Sparte an so genannte Run-off-Gesellschaften ab. Das große Problem dabei: Diese Investoren, die dann nicht im Wettbewerb um Kunden stehen, haben kein Interesse, hohe Überschussbeteiligungen an die Kunden auszuschütten. Die Rendite für Altverträge dürfte entsprechend sinken.

Gefahr von Deckungslücken
Die Folgen können gravierend sein. Das gilt vor allem, wenn die Verträge als Sicherheiten bei Finanzierungen dienen, beispielsweise zur Tilgung von Hypotheken. „Dann kann es sehr problematisch für den Kunden werden“, sagt Tilmes, der neben seiner Vorstandstätigkeit auch Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Private Finance & Wealth Management an der EBS Business School in Oestrich-Winkel ist. Außerdem können Deckungslücken schon alleine aufgrund der schwachen Überschussbeteiligung entstehen. Möglicherweise sind sie auch schon vorhanden. Ein weiteres Problem sind die bestehenden Verträge, die für die Altersversorgung abgeschlossen wurden. „Die Gefahr besteht, die möglichen Auswirkungen zu verschieben beziehungsweise ganz zu ignorieren“, warnt Tilmes. Während im Finanzierungsbereich das Thema spätestens beim nächsten Prolongationstermin bei der Bank besprochen wird, fehlen im Altersvorsorgebereich diese Betrachtungszeitpunkte. Sie müssen manuell angestoßen werden.

„Es besteht bereits heute Handlungsbedarf“, sagt der FPSB-Vorstand. Denn wer jetzt seine Vorsorge vernachlässigt, muss möglicherweise im Alter länger arbeiten und kann weniger konsumieren. Die geringe Liquidität wirkt sich dann auch negativ auf das Kranken- und Pflegebudget aus. Aufgrund der Länge der Betrachtungszeiträume, die auch für einen 60-Jährigen noch 25 bis 30 Jahre betragen können und den nicht erwirtschaften Erträgen wirken zwei Größen auf das Budget und den Lebensstandard des Kunden, die kaum beeinflussbar sind. Es gibt also bei den meisten Anlegern und Sparern jede Menge Gesprächs- beziehungsweise Beratungsbedarf.

Im Rahmen der Beratungspflichten sollten zeitnah alle Lebensversicherungs-Verträge entsprechend überprüft werden, um betroffene Kunden vor zukünftigen Schaden zu bewahren. Wichtige Unterstützung leisten hier CERTIFIED FINANCIAL PLANNER (CFP®-Zertifikatsträger). Sie verfügen über die anerkannteste Ausbildung unter den Finanzberatern in Deutschland und über beste und modernste Tools für eine Finanzplanung und können Anleger hier umfassend und auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten beraten.

Liquidität unter der Lupe
CFP®-Zertifikatsträger sind auch in der Lage, das Liquiditätsmanagement für den Kunden genau unter die Lupe zu nehmen. „Eine umfassende Liquiditätsanalyse, in der auch verschiedene Szenarien berücksichtigt werden, ist als Teil einer ganzheitlichen Vermögensplanung unerlässlich“, so Tilmes. Aufgabe des professionellen CFP®-Zertifikatsträger sollte es also sein, eine neue Budgetierung vorzunehmen beziehungsweise entsprechende Handlungsszenarien aufzuzeigen.

Wie auch immer die Lösung im Einzelnen aussieht: Das voraussichtliche Ende des Garantiezinses ist ein wichtiger Anlass für ein Beratungsgespräch. Die unangenehmen Überraschungen bleiben aus, wenn man den Finanzplanungsprozess kontinuierlich fortführt und auf Basis von regelmäßigen Updateplanungen Veränderungsbedarf zeitnah erkennt.

Quelle: „Ende des Garantiezinses hat gravierende Folgen für das Liquiditätsmanagement” Presse-Information des Financial Planning Standard Boards Deutschland e.V.