Fondsvertrieb zum Nulltarif – kostenlos ist nicht immer besser

Das Internet macht’s möglich: Immer öfter verkaufen Direktbanken Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag und stellen umfangreiche Informationen zur Kapitalanlage kostenlos zur Verfügung. Einerseits ist das gut, da Anleger sich besser informieren und ihre Anlagekosten verringern können. Andererseits verführt das fehlende Agio aber unter Umständen dazu, eine nicht passende Fondsauswahl zu treffen: „Die Kaufkosten sollten bei der Auswahl eines Investmentfonds erst als Entscheidungskriterium hinzukommen, wenn viele andere, individuelle Faktoren berücksichtigt sind“, sagt Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). Ziel jeder Kapitalanlage muss es vielmehr sein, die persönliche Risikoneigung, die individuellen Ziele und die finanzielle Gesamtsituation eines Anlegers bei der Zusammenstellung seines Portfolios zu berücksichtigen. Privatanleger können für diesen umfassenden Auswahlprozess einen CERTIFIED FINANCIAL PLANNER® (CFP®) konsultieren, der sie mit viel Erfahrung und professioneller Software unterstützt.

Sie kommen als so genannte No-Load-Fonds daher, als Lockangebot ohne Aufgeld oder auch als kostengünstiges Dauerangebot: Investmentfonds werden zunehmend ohne Ausgabeaufschlag gekauft. Die ehemals üblichen fünf Prozent auf den Kurswert bei Aktienfonds und drei Prozent bei Rentenfonds gehören der Vergangenheit an. Wer heute kaufen will, kann das kostengünstig und selbstständig über die Börse erledigen. Zusammen mit der leichten Verfügbarkeit umfangreicher Kapitalmarktinformationen sehen sich viele Anleger gut gerüstet, ihre Anlageentscheidung ohne Berater zu treffen.

Bei No-Load-Fonds genau hinschauen
Wer rundum fit in Sachen Kapitalanlage ist, mag sich mit diesem Ansatz wohlfühlen. Meist aber ist die Kapitalanlage im Detail doch verzwickter. „Welcher Privatanleger weiß beispielsweise, dass No-Load-Fonds zwar als agiofreies Produkt konzipiert sind, aber in der Regel höhere jährliche Verwaltungsgebühren aufweisen als andere Fonds?“, fragt Prof. Tilmes, der auch Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Private Finance & Wealth Management an der EBS Business School in Oestrich-Winkel ist. Diese weniger offensichtlichen Kosten können den Anleger unter Umständen teurer zu stehen kommen, als das einmalige Agio beim Kauf. Es kommt vielmehr auf die Gesamtkostenquote, die TER, an.

Bevor ein Anleger sich allerdings um den Kostenaspekt kümmert, sollte er zuvor noch andere Fragen klären: Zum Beispiel welche Risikoneigung er hat? Wie seine Lebenssituation aussieht, was seine Pläne sind – und was deren Realisierung kostet? Welchen Finanzbedarf hat der Anleger und welche Anlageziele verfolgt er? Wie ist der Anlagehorizont – eher kurzfristig oder doch langfristig? Über welche Struktur muss das Depot verfügen, um seinen Zielen mittel- bis langfristig gerecht zu werden? Welche Fonds entsprechen seiner Risikoneigung und seinem erwarteten Renditeziel?

Erst die Strategie, dann die Umsetzung
„Das alles sind Fragen, deren Beantwortung einige Zeit und viel Wissen erfordern“, so Prof. Tilmes. Und sie sollten geklärt werden, bevor sich ein Anleger auf die Suche nach einem Fonds macht – und nicht umgekehrt. Geht es aber um die Auswahl geeigneter Anlageprodukte, dann sind die Kosten sehr wohl wesentlicher Entscheidungsfaktor. Das gilt gerade im aktuellen Umfeld extrem niedrigen Zinsen und nicht mehr ganz günstiger Aktienmärkte. Schließlich belegen Studien, dass Anleger mit einem Portfolio, das zu je 50 Prozent aus Aktien und Anleihen besteht, in den kommenden zehn Jahren eine erwartete reale Rendite von 1,5 Prozent pro Jahr erwarten kann. Wenn man dann noch die Kosten beispielsweise für eine Vermögensverwaltung einrechnet, kann unterm Strich auch eine Rendite von 0 Prozent das Ergebnis sein.

„Aus diesem Grund spielt die Kostenstruktur eines Portfolios derzeit eine besonders wichtige Rolle dabei, ob ein Anleger einen sicheren Verlust oder einen kleinen Gewinn erzielt“, erklärt Prof. Tilmes. „Dennoch sollten sich Anleger nicht allein von den Kosten leiten lassen, sondern auch auf die Qualität eines Fonds achten.“ Wie sich die Auswahl von Anlageprodukten anhand dieser beiden Kriterien, Qualität und Kosten, auf ein Portfolio auswirken, das können die vom FPSB Deutschland zertifizierten CERTIFIED FINANCIAL PLANNER® (CFP®), deren Ausbildung und Zertifizierung höchsten Standards entspricht und die zur Elite der Finanzberater zählen, anhand von Szenario-Analysen feststellen. Und so Anlegern den Weg aufzeigen, wie sie ihre langfristige Anlagestrategie am effizientesten und kostengünstigsten umsetzen. Als weiteres Qualitätskriterium für eine gute Beratung sollten die Anlagekosten im Beratungsgespräch offen, transparent und nachvollziehbar kommuniziert werden.

Quelle: „Fondsvertrieb zum Nulltarif – kostenlos ist nicht immer besser” Presse-Information des Financial Planning Standard Boards Deutschland e.V.